Anton Corbijn, geboren 1955 in Strijen, Holland, entdeckte vor mehr als 30 Jahren die Fotografie durch seine Liebe zur Musik, während er die Highschool besuchte. Für seine ersten Fotos bei einem Open-Air-Konzert im Jahr 1972 lieh er sich die Kamera seines Vaters. Schnell ließ er die Bühnenfotografie hinter sich und konzentrierte sich auf Porträts. Seit 1979 lebt Corbijn in London. Er gilt als einer der einflussreichsten Porträtfotografen der Welt.
Corbijn ist ein klassischer Autodidakt. Sein fotografischer Ansatz änderte sich im Lauf der Jahre immer wieder. Treu blieb er hingegen seinem ursprünglichen Thema: Künstler und, ganz besonders, Musiker. Zu seinen berühmtesten Porträts zählen Fotografien von Clint Eastwood, Cameron Diaz, Miles Davis, Frank Sinatra, Naomi Campbell, William S. Burroughs, Tom Waits, Allen Ginsberg, Isabella Rossellini, Joni Mitchell, Bono und Robert De Niro.
Seit 1990 arbeitet er neben der Fotografie auch an grafischem Design. Er schuf Poster und CD-Cover. Obwohl er keine formale Ausbildung in Grafik Design besitzt, hat er einen spezifischen Stil geschaffen, indem er mit Hilfe von Farbe originale Schriftbilder erarbeitet. Auf diese Weise hat er Poster und Plattenhüllen für Künstler wie Herbert Grönemeyer und Depeche Mode entworfen.
Anton Corbijns Ausstellungen feiern in ganz Europa Erfolge. Seine Arbeit findet sich außerdem in Museen, Gallerien und in mittlerweile 14 Fotobänden. Zudem kann man seine unverkennbare Handschrift auf etwa 100 Plattenumschlägen von Künstlern wie U2, R.E.M., The Bee Gees, Travis, Morrissey, The Rolling Stones, John Lee Hooker, Bryan Ferry, Herbert Grönemeyer, The Killers, Bruce Springsteen, James Last, JJ Cale, Nick Cave, Marianne Faithfull und Metallica entdecken.
Anton Corbijn strebt stets danach, seine Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern. 1983 war er einer der ersten Fotografen, die mit einer Kombination aus Dias und Video experimentierten. Seither hat er etwa 80 Musikvideos gedreht, u. a. für U2, Johnny Cash, Mercury Rev, Depeche Mode, Nirvana, Metallice, Nick Cave und The Killers. Mit Don van Vliet, besser bekannt als Captain Beefheart, hat er den Kurzfilm „Some Yo Yo Stuff“ gedreht, der von der BBC in Auftrag gegeben wurde.
CONTROL ist der erste Spielfilm von Anton Corbijn. Er ist eines seiner bislang ambitioniertesten Projekte und ein weiterer Beweis seiner ungebrochenen künstlerischen Kreativität. Die Themen Ian Curtis und Joy Division liegen Corbijn unmittelbar am Herzen. Die Band aus Manchester war 1979 der Grund gewesen, warum er seine Heimat verließ und nach London zog – „ich wollte näher an dem Ort sein, von dem ihre Musik kam“. Die in Schwarzweiß gehaltene Geschichte zeigt eine unverkennbare englische Landschaft, allerdings gefiltert durch den Blick europäischer Augen.
SAMANTHA MORTON Debbie Curtis
Im Lauf ihrer bemerkenswerten Karriere hat Samantha Morton bereits mit einer Reihe der besten Regisseure unserer Zeit gearbeitet, darunter Steven Spielberg und Woody Allen. Ihre Wahl höchst diverser und oftmals schwieriger Rollen spiegelt sich auch in den Ehrungen wider, die sie bislang erhalten hat, darunter eine Auszeichnung mit einem Golden Globe und zwei Oscar-Nominierungen.
Samantha Morton tauchte 1997 quasi aus dem Nichts auf, als sie in Caroline Adlers UNDER THE SKIN ein Leinwanddebüt gab, das ihr das einhellige Lob der Kritik und eine Auszeichnung als beste Schauspielerin von den Filmkritikern in Boston einbrachte.
1999 besetzte Woody Allen sie als stumme Hattie in SWEET AND LOWDOWN („Sweet and Lowdown“), wofür sie Oscar- und Golden-Globe-Nominierungen als beste Nebendarstellerin erhielt. Darauf folgten nicht minder herausragende Rollen in Alison Macleans JESUS’ SON („Jesus’ Son“, 1999), Julien Temples PANDAEMONIUM (2000), Eric Styles DREAMING OF JOSEPH LEES (1999) und Amos Gitais EDEN (2002). 2002 lief Morton in der Titelrolle in Lynne Ramsays MORVERN CALLAR (2002) zu Bestform auf. Danach spielte sie an der Seite von Tom Cruise in MINORITY REPORT („Minority Report“, 2002).
Etwas jüngeren Datums sind ihre Gala-Auftritte in Michael Winterbottoms CODE 46 („Code 46“, 2003), Jim Sheridans IN AMERICA („In America“, 2002), wofür sie sich eine weitere Oscar-Nominierung sicherte, und Roger Michells ENDURING LOVE („Enduring Love“, 2004), der ihr eine Nominierung für einen British Independent Film Award als beste Schauspielerin einbrachte. Im Herbst 2005 sah man Morton neben Johnny Depp und John Malkovich in Laurence Dunsmores THE LIBERTINE („The Libertine“). Bei Dennis Hoppers Cinevegas Film Festival wurde sie mit einem Half-Lifetime Achievement Award prämiert.
Jüngst sah man Samantha Morton als Myra Hindley in dem HBO/Channel 4-Film „Lord Longford“ mit Jim Broadbent. Aktuell ist sie als Maria Stuart in ELIZABETH: THE GOLDEN AGE („Elizabeth – Das goldene Zeitalter“, 2007) zu sehen. Außerdem sind Cecilia Menuccis EXPIRED (2007) und Harmony Korines MISTER LONELY (2007) fertiggestellt. Aktuell steht sie für Charlie Kaufman in dessen Regiedebüt SYNECDOCHE, NEW YORK (2008) vor der Kamera.
SAM RILEY Ian Curtis
Sam Riley spielt in CONTROL seine erste Hauptrolle in einem Spielfilm. Im Fernsehen sah man ihn zuvor in „Lenny Blue“, „Peak Practice“, „Tough Love“ und dem BBC-Pilot „Sound“ von David Kerr. Auf der Bühne sah man den 27-Jährigen in Produktionen von „Stags and Hens“, „Nicholas Nickleby“, „The Tempest“, „Dirty Linen“ und „Dumped“. Sam ist überdies Sänger der Londoner Band 10.000 Things. Nach den Dreharbeiten zu CONTROL schloss er die Aufnahmen zum zweiten Album der Gruppe ab.
ALEXANDRA MARIA LARA Annik Honoré
Alexandra Maria Lara, am 12. November 1978 in Bukarest geboren, kam mit viereinhalb Jahren zusammen mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie machte ihr Abitur am Französischen Gymnasium Berlin und absolvierte anschließend von 1997 bis 2000 ihre schauspielerische Ausbildung an der staatlich anerkannten Schauspielschule „Theaterwerkstatt Charlottenburg“. Bereits während der Schulzeit erhielt sie zahlreiche Filmangebote; mit 16 Jahren übernahm sie die Titelrolle in der ZDF-Familienserie „Mensch, Pia!“. Inzwischen kann Alexandra Maria Lara auf ein beeindruckendes Repertoire an Fernseh- und Kinorollen zurückblicken. Einem Millionenpublikum bekannt ist die Schauspielerin aus den beiden viel beachteten TV-Filmen „Die Bubi Scholz Story“ und „Der Tunnel“ von Roland Suso Richter. Weitere Hauptrollen spielte sie u.a. in Berno Kürtens „Vertrauen ist alles“, Mark Schlichters ZDF-Fernsehspiel „Liebe und Verrat“ und dem Zweiteiler „Trenck“.
Die vielseitige Schauspielerin beeindruckte in Kinoproduktionen wie Jochen Kuhns FISIMATENTEN (1999), der Komödie SÜDSEE, EIGENE INSEL (1998) von Thomas Bahmann sowie unter der Regie von Oscar-Preisträger Florian Gallenberger in dem Episodenfilm HONOLULU (2000), in Peter Thorwarths Komödie WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT (2002), in Joseph Vilsmaiers LEO & CLAIRE (2001) sowie Doris Dörries preisgekröntem Beziehungsdrama NACKT (2002).
Als Gräfin Maria Walewska (an der Seite von Christian Clavier, Gérard Depardieu und Isabella Rosselini) in der internationalen TV-Großproduktion „Napoléon“ erregte sie zum ersten Mal große Aufmerksamkeit auch im Ausland. Anschließend übernahm sie in der internationalen Produktion „Doctor Zhivago“ eine Hauptrolle (an der Seite von Sam Neill und Keira Knightley).
Der ganz große Durchbruch kam schließlich mit ihrer Rolle der redlichen Hitler-Sektretärin Traudl Junge in Oliver Hirschbiegels auch international gefeiertem Bunkerdrama DER UNTERGANG (2004). Weitere Glanzrollen absolvierte sie anschließend in Mark Schlichters COWGIRL (2004), in Helmut Dietls Melo VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE (2005) neben Moritz Bleibtreu, in Doris Dörries Beziehungskomödie DER FISCHER UND SEINE FRAU (2006) neben Christian Ulmen sowie vor kurzem in der internationalen Koproduktion OFFSET (2006), die auch in ihrem Geburtsland Rumänien gedreht worden ist.
Nach CONTROL stand Alexandra Maria Lara für Francis Ford Coppolas YOUTH WITHOUT YOUTH (2007) vor der Kamera, der gerade beim Filmfestival in Rom seine Weltpremiere feierte. Bereits abgedreht sind die TV-Produktion „The Company“ und Uli Edels DER BAADER-MEINHOF-KOMPLEX (2008) für Produzent Bernd Eichinger.
JOE ANDERSON Hooky
Joe Anderson spielte zuletzt die Hauptrolle in Erica Duntons THREE WORDS AND A STAR (2007), der Ende des Jahres in die Kinos kommen soll. Davor spielte er in Filmen wie BECOMING JANE („Geliebte Jane“, 2007), ACROSS THE UNIVERSE („Across the Universe“, 2007), COPYING BEETHOVEN („Klang der Stille“, 2006), A LITTLE BOX OF SWEETS (2006) und SILENCE BECOMES YOU („Silence Becomes You – Bilder des Verrats“, 2006). Im Fernsehen hatte Anderson Auftritte in Folgen von „Afterlife“, „Midsummer Murders „ und „A Doll’s House“. Zu seinen Bühnenarbeiten zählen Produktionen von „A Midsummer Night’s Dream“ und „Master & Margherita“ für das Chichester Festival Theatre.
MARTIN RUHE Kamera
Martin Ruhe gibt mit CONTROL sein Spielfilmdebüt als Kameramann. Er hat sich aber bereits einen Namen als versierter Kameramann von Werbespots und Videoclips gemacht. Bei den ADC Awards wurde er für den besten Kinowerbespot und den besten TV-Spot prämiert. Er arbeitete an den Filmen EIN GÖTTLICHER JOB (2001) und BONNIE VS. CLYDE (1998). Zudem war er für Promos für Coldplay (inszeniert von Anton Corbijn), Feeder, Busted, The Concretes, David Gray und The Moffats verantwortlich. Werbespots drehte Ruhe u. a. für Mercedes, Adidas, Gillette, BMW und Ikea.
